Pflegebett für daheim: Worauf es ankommt – und wer in Österreich mitzahlt

Meistens beginnt es mit einem Anruf aus dem Spital. Entlassung am Freitag, und bis dahin soll ein Bett stehen. Oder es beginnt mit einem Sturz in der Nacht, nach dem nichts mehr so ist wie vorher ist.
Dann stehen zwei Fragen im Raum: Welches Bett ist das Richtige? Und zahlt jemand mit?
Bei der zweiten Frage führt das Internet fast zuverlässig in die Irre. Wer googelt oder ChatGPT fragt, bekommt deutsche Auskünfte: Pflegegrad, Pflegekasse, Zuzahlung zehn Euro. In Österreich gibt es das alles nicht. Bei uns sieht es anders aus – in manchen Punkten schlechter, in anderen besser, als viele glauben.
Warum ein normales Bett irgendwann nicht mehr reicht
Ein Standardbett liegt bei etwa 45 bis 50 Zentimetern. Das ist für genau niemanden die richtige Höhe: zu hoch, wenn jemand nachts unsicher aussteigt, und viel zu niedrig für jeden, der pflegt.
Und das ist keine Kleinigkeit. Wer ein paar Wochen lang mehrmals täglich im Vornüberbeugen wäscht, umlagert und anzieht, spürt das im Kreuz. Viele Angehörige halten körperlich nicht an der Pflege durch, das liegt am falschen Arbeitsplatz.
Ein Pflegebett löst das, weil es beides kann: tief für die Nacht, hoch für die Pflege. Dazu kommt die elektrisch verstellbare Rückenlehne – Essen, Trinken und Lesen gehen damit ohne Umlagern und ohne Kissenturm.
Schauen Sie sich ein Pflegebett in Ruhe an
Ein Bett beurteilt man nicht im Katalog. Kommen Sie in unser Fachgeschäft in Neunkirchen, probieren Sie die Verstellung aus und schildern Sie uns Ihre Situation. Wir nehmen uns die Zeit dafür und empfehlen nur, was Sie wirklich brauchen.
Und wenn Sie noch nicht wissen, ob Sie kaufen wollen: Bei uns können Sie ein Pflegebett auch mieten

Der Punkt, an dem die meisten falsch abbiegen: niedrig statt Gitter
Der erste Reflex ist fast immer derselbe: Gitter hoch, damit nichts passiert. Verständlich – und oft die schlechtere Lösung.
Durchgehende Seitenteile, also Gitter über die ganze Länge, entsprechen in der Fachpflege schon seit 2006 nicht mehr dem Standard. Der Grund ist einfach: Wer aussteigen will, steigt drüber. Und dann fällt er nicht aus 26, sondern aus rund einem Meter Höhe. Steht das Bett mit einer Seite an der Wand, ist es mit einem einzigen Seitenteil faktisch geschlossen.
In Pflegeheimen und Spitälern ist das rechtlich geregelt, dort gilt das Heimaufenthaltsgesetz. Zu Hause gilt es nicht, da schaut niemand nach. Die Überlegung bleibt aber dieselbe – und es gibt eine gelindere Möglichkeit.
Ein Niedrigbett fährt für die Nacht auf etwa 26 Zentimeter herunter. Der Weg zum Boden ist dann so kurz, dass ein Herausrollen meist ohne Verletzung endet. Oft kann man damit länger ohne Gitter auskommen – und behält gleichzeitig die Selbständigkeit, die ein geschlossenes Bett wegnimmt.
Mieten oder kaufen?
Für kurze und unklare Situationen ist Mieten fast immer richtig. Nach einer Operation, nach einem Spitalsaufenthalt oder in einer Lage, die sich in wenigen Wochen klärt, will niemand eine Kaufentscheidung treffen. Sie können ein Pflegebett bei uns auch mieten.
Auf längere Sicht dreht sich das Bild. Rechnen Sie eine Tagesmiete einmal auf ein Jahr hoch und dann auf zwei – irgendwo in diesem Bereich haben Sie den Kaufpreis erreicht, ohne am Ende ein Bett zu besitzen. Dazu kommen meist einmalige Kosten für Matratze, Zustellung und Aufbau.
Wichtiger als der Preis ist aber ein anderer Unterschied: Verleihbetten sind Standardbetten. Sie beginnen meist bei etwa 40 Zentimetern Liegehöhe, sind also keine Niedrigbetten, und sie sehen aus wie im Spital. Wenn genau die niedrige Position der Grund für das neue Bett ist, führt der Verleih am Ziel vorbei. Dasselbe gilt für Sondermaße, wohnliche Dekore und die Doppelbett-Lösung.
Unser Rat ohne Umweg: Wenn Sie nicht wissen, wie lange Sie das Bett brauchen, mieten Sie. Sobald klar ist, dass es dauerhaft bleibt, rechnen Sie – und reden Sie mit uns darüber, ob sich die bisherige Miete auf einen Kauf anrechnen lässt.
Wer zahlt in Österreich mit?
Hier trennen sich Österreich und Deutschland deutlich. Es gibt mehrere Stellen, und die Reihenfolge ist wichtig.
Die Krankenkasse:
Bei dauerndem Pflegebedarf leistet die ÖGK in der Regel keinen Zuschuss zu einem Pflegebett. Bei BVAEB und SVS kann es anders aussehen – fragen Sie bei Ihrem eigenen Träger nach, bevor Sie sich auf etwas verlassen.
Der Unterstützungsfonds des Sozialministeriumservice:
: Hier ist das Pflegebett ausdrücklich als förderbare Anschaffung genannt. Voraussetzung ist ein Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent, eine soziale Notlage und eine Einkommensgrenze von 2.616,78 Euro netto (Stand 2026). Wichtig: Der Antrag muss gestellt sein, bevor Sie kaufen.
Der NÖ Pflege- und Betreuungsscheck:
Das Land Niederösterreich zahlt 1.000 Euro pro Jahr und pflegebedürftiger Person, frei verwendbar – auch für ein Bett oder eine Matratze. Bezugsberechtigt sind Personen ab Pflegestufe 3, bei ärztlich bestätigter Demenz auch ab Stufe 1, ebenso Kinder und Jugendliche ab Stufe 1. Der Scheck muss jedes Jahr neu beantragt werden. Wenn Sie unsicher sind: Die NÖ Pflegehotline hilft weiter, 02742 / 9005-9095.
Das Pflegegeld:
Es ist keine Bett-Förderung, sondern wird pauschal ausbezahlt und ist an keinen Verwendungszweck gebunden. Sie können es also dafür einsetzen. 2026 liegt es zwischen 206,20 Euro in Stufe 1 und 2.214,80 Euro in Stufe 7.
Das Finanzamt:
Was Sie selbst tragen, können Sie unter Umständen als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Ohne Selbstbehalt geht das nur, wenn eine Behinderung festgestellt ist oder Pflegegeld bezogen wird. Für die Berechnung fragen Sie Ihre Steuerberatung – wir sind Bandagisten.

Worauf Sie beim Bett selbst achten sollten
Pflegebetten sehen auf Fotos ähnlich aus und unterscheiden sich im Alltag deutlich. Diese Punkte entscheiden:
- Der Höhenbereich. Wie tief fährt das Bett für die Nacht, wie hoch für die Pflege? Beides zählt.
- Die Seitensicherung. Geteilt statt durchgehend – damit sichern Sie den Oberkörper und lassen den Ausstieg frei.
- Die Liegeflächenbreite. Neunzig Zentimeter sind Standard, hundert sind bei größeren Menschen spürbar angenehmer.
- Die Matratze. Eine eigene Entscheidung, kein Beipack. Sie entscheidet darüber, wie bequem das Bett wirklich ist.
- Die Unterfahrbarkeit. Wenn später ein Patientenlifter dazukommt, muss er unter das Bett passen.
- Die Optik. Holzdekore und gepolsterte Häupter kosten wenig extra und verändern viel – gerade wenn das Bett im gemeinsamen Schlafzimmer steht.
- Service und Ersatzteile. Ein Bett steht oft jahrelang. Sie können uns gerne kontaktieren.
Das Regia Pflegebett: ein Modell, das beides kann
Damit das nicht abstrakt bleibt, ein Bett, das wir gern herzeigen. Das Regia Pflegebett von Burmeier fährt elektrisch von 26 auf 80 Zentimeter – also von der Niedrigposition für die Nacht bis auf Arbeitshöhe für die Pflege. Unterwegs legt es auf rund 38 Zentimetern einen Zwischenstopp ein, der Ein- und Ausstieg im Sitzen erleichtert.
Die Seitensicherung ist geteilt, nicht durchgehend – Sie sichern den Oberkörper und lassen den Ausstieg frei. Die Liegefläche gibt es in 90 oder 100 Zentimetern Breite, und die sichere Arbeitslast liegt bei 225 Kilogramm.
Wohnlich statt klinisch:
Das Bett ist in Holzdekoren wie Buche natur oder Kirsche Havanna zu haben, auf Wunsch mit gepolsterten Kopf- und Fußteilen. Das klingt nach Kosmetik, aber ein Bett, das nicht nach Pflege aussieht, darf im Schlafzimmer stehen bleiben.
Als Regia Partner gibt es dasselbe Bett als Doppelbett mit zwei unabhängig verstellbaren Liegeflächen – für Paare, die nicht getrennt schlafen wollen, nur weil eine Seite pflegebedürftig geworden ist.
Gebaut wird das Regia von Burmeier, seit 1995 Teil der Stiegelmeyer-Gruppe, in Deutschland. Wichtig bei der Kaufentscheidung, denn ein Bett steht oft viele Jahre und Ersatzteile muss es dann noch geben.
Alle Daten und Ausführungen zum Regia
Maße, Dekore, Seitensicherungen, Zubehör und die Doppelbett-Variante haben wir auf einer eigenen Seite zusammengestellt – mit Bildern der verschiedenen Ausführungen.
Wenn Sie es lieber in echt sehen: Das Bett steht bei uns in Neunkirchen, und Sie dürfen die Verstellung selbst ausprobieren.
Häufige Fragen zu Pflegebetten und Pflegebett Regia:
Was Sie vorher im Zimmer klären sollten
Diese Fragen kosten fünf Minuten und ersparen viel Ärger am Liefertag:
- Kommt man von beiden Seiten ans Bett? Für die Pflege ist das fast unverzichtbar.
- Ist eine Steckdose in der Nähe? Das Bett braucht Strom.
- Passt das Bett durch Türen und Stiegenhaus? Gute Betten sind zerlegbar, aber messen Sie vorher nach.
- Wohin mit dem alten Bett? Das ist der Punkt, den alle vergessen.
